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Vibe Coding und die Folgen 1 Woche 2 Tage her #1

  • Dr.Tux
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Diese neue Art des "programmierens" mithilfe der KI wird hinreichend kontrovers mit seinen Vor- und Nachteilen diskutiert. In einem recht umfangreichen Heise-Text (danke an GRAUWERT für den Hinweis) werden die Stolperfallen dargelegt und speziell das Szenario der so reizvollen Neuerstellung von Quelltext per KI ohne ein genaues Verständnis (richtigerweise) kritisiert. Der Gedanke ist mir persönlich nicht fremd insofern ich ja selber seit Jahren kritisiere, dass aufgrund der zweifelsfrei inzwischen sehr anspruchsvoll gewordenen Digitalfotografie die AnwenderInnen aufgrund der Nichtbeschäftigung mit der analogen Fotografie dennoch häufig kein tieferes Verständnis für die Fotografie im Allgemeinen haben. So halte ich es für einen großen Fehler, dass diese "echte" Form der Fotografie nicht mehr an den Universitäten gelehrt wird. Dies kurz zum Verständnis der Bewertung der Programmierfähigkeiten von heutigen CoderInnen.

In einem Punkt muss ich dem Autoren aber grundlegend widersprechen: So gibt es sehr wohl Argumente dafür, den Quelltext eines Projektes vollständig neu zu erstellen:
  1. Wenn sich die bisherige Programmiersprache als ungeeignet oder als Flaschenhals erweist. So sind die kozeptionellen Speicher- und Typenprobleme der C-Sprachen hinreichend bekannt und auch, dass die modernere Programmiersprache Rust diese Probleme nicht hat. Ob eine Code-Transferierung per KI hier der richtige Weg ist, darf vor dem Hintergrund des mangelnden Verständnisses und der Menge des Quellcodes konzeptionell bezweifelt werden. So muss befürchtet werden, dass diese Transferierung per KI zur sicheren Programmiersprache Rust am Ende neue Sicherheitslücken schafft, anstatt sie zu verhindern. Das Rust vielfach die bessere Programmiersprache ist, sehen wir daran, dass u.a. ganze Teile des Kernels, die GNU Coreutils oder auch die neue Desktopumgebung COSMIC in Rust (neu)geschrieben werden und finden dies durch einschlägige Berichte ( heise , LM ) bestätigt.
  2. Wenn sich Projekte konzeptionell totgelaufen haben, macht eine vollständige Neuimplementierung Sinn, wie wir ja an den Beispielen von Wayland oder auch Systemd (dessen Grundintention ich bei aller geäußerten Kritik sehr wohl nachvollziehen und teilen kann) sehen.
Insofern dürften wir von "handgeschriebenem" "neuen" Code von "kompetenten" ProgrammiererInnen viel erwarten. Das hier aber die Geschichte (auch der "alten" Programmiersprachen) noch lange nicht am Ende angekommen ist, sehen wir daran, dass die KI inzwischen sogar selber Programmiersprachen entwerfen und auch Compiler bauen ( LM , KI News ) kann.
Selbst ein Huhn kann Debian/Devuan installieren, wenn du nur genug Körner auf die Enter-Taste legst.

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