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Die Veränderung der Desktoplandschaft von X11 zu Wayland 2 Wochen 5 Tage her #21

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Ratzfatz kommt nur eine Woche später das nächste Punktupdate namens 1.0.6 mit neuen Korrekturen und Dateilverbesserungen. Es geht massiv voran mit dem COSMIC Desktop ( fosstopia ).
Selbst ein Huhn kann Debian/Devuan installieren, wenn du nur genug Körner auf die Enter-Taste legst.

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Letzte Änderung: von Dr.Tux.

Die Veränderung der Desktoplandschaft von X11 zu Wayland 1 Woche 6 Tage her #22

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Dieses ganze Themengeflecht wird nun um ein Kurriosum reicher: Augehend von der Ankündigung, dass KDE Plasma 6.8 wayland-only laufen soll, hat sich umgehend ein Fork gegründet: SonicDE  ( linuxnews ), um KDE Plasma weiterhin mit X11 lauffähig zu erhalten. Wie immer stellt sich mir da die Sinnfrage, die ich mal - persönlich nicht unvoreingenommen - analysieren will.
  1. Because we can. Ja, kann man machen. Aber wozu? Und hat das Projekt dann auch die nötige WoMan-Power, um die Sache dauerhaft zu stemmen?
  2. Brauchen wir noch mehr Diversität oder wäre es nicht sinnvoller, die vorhandene WoMan-Power in die etablierten Projekte zu stecken, um diese weiter zu verbessern?
  3. Wozu das moderne KDE Plasma weiterhin mit dem mottigen X11 betreiben (wenn denn Wayland hinreichend stabil und ausgereift ist, so dass der Wechsel sinnvoll ist - was zunehmend der Fall ist, was man ja daran sieht, dass die großen Desktopumgebungen eine nach der anderen auf Wayland umstellen)? Es würde ja auch niemand in sein E-Auto 'nen Käfermotor einbauen - selbst wenn es technisch möglich wäre!
  4. Was alternativ Sinn macht: Wenn man beispielsweise X11-only Desktopumgebungen weiterhin betreiben will, dann kann man dies gerne mit dem hier schon besprochenen Kompatibilitätslayer xwayland oder einem der X11-Forks machen. Oder wenn man irgendeine "exotische" X11-only Anwendung betreiben will, dann kann man dies ähnlich handhaben, muss dafür aber nicht zwangsläufig an KDE Plasma kleben.
  5. Zukünftige (Hardware-)Probleme: Gerade KDE Plasma ist dermaßen flexibel gestaltet, dass es nahezu auf jeder Plattform läuft. Sogar unter Windows oder auf dem Mobiltelefon. Wenn sich nun aber zunehmend Wayland als Standard durchsetzt, so dass zukünftige Hardware möglicherweise gar nicht mehr mit X11 zusammen arbeiten kann, dann wäre ein solches Projekt wie SonicDE sinnfrei.
  6. Die Sicherheit: Die Entwickung von Wayland wurde ja nicht aus Langeweile oder der Lust auf Featureritis angestoßen. Sondern weil X11 unwartbarer löchriger Code ist, den man besser wegschmeißt und vollständig neu macht. Somit (siehe dazu auch die Kommentare beim linuxnews-Artikel) wird SonicDE - böse ausgedrückt - zu einem Archivprojekt für Sicherheitslücken.
  7. Die Situation erinnert zunächst ein wenig an die Entstehung des KDE Trinity -Projekts ( OpenOS , WP ) bei der Einführung des damals praxisiuntauglichen KDE 4. Sie ist aber nur bedingt vergleichbar, da es hier nicht um irgendeine X11-Funktionalität, sondern um den Erhalt der Funktionalität des damals "gut abgehangenen"/ausgereiften KDE 3.5.x-Desktop-Zweiges ging. Wie grundlegend gut dies war, zeigt sich daran, dass es das KDE Trinity-Projekt bis heute gibt! Beim Project SonicDE geht es aber nicht um die Bewahrung irgendwelcher vom Verschwinden bedrohter Funktionalität einer KDE Plasma-Version, so das ich hier wenig Mehrwert erkennen kann.
  8. Am Ende kann ein solches Projekt eher in eine Sackgasse führen. Zum Verständnis sei an den Browser Pale Moon ( WP ) erinnert, der ein Fork der letzten Firefox-Version vor der Umstellung auf die Quantum-Engine ist (Firefox 75). Das bis heute weiter geführte und - anerkennend - gut gepflegte Projekt modernisiert die einstige inzwischen in Goanna umbenannte Gecko-Engine mitsamt ihren alten XUL-Erweiterungen, die über die Projektseite installiert werden können. Dies ist alles gut und schön und ich selber habe den Browser sogar noch auf einem Rechner laufen (offline!). Aber wenn man dies macht, dann sollte man sich vergegenwärtigen, dass 1. dies eine Single-Core-Anwendung ist, die auf den heutigen Multi-Core-Rechnern ein Flaschenhals ist und 2. dass die Speicherverwaltung des Browsers heutigen Anforderungen nicht mehr genügt (was einer mehrerer Gründe der Umstellung auf Quantum war) und 3. dass die alten XUL-Erweiterungen heutigen Sicherheitsanforderungen für Erweiterungen nicht mehr genügen (ein Konzept, welches sich trotz des damaligen Ärgers als richtig erwiesen hat).
Mit diesen themenübergreifenden Gedanken im Hinterkopf sollte man in die Diskussion und Bewertung eines solchen Projekts wie SonicDE gehen.
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Die Veränderung der Desktoplandschaft von X11 zu Wayland 1 Woche 2 Tage her #23

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Es geht weiter Schlag auf Schlag und das nächste COSMIC Punktupdate 1.0.7 ist mit einer ganzen Menge Verbesserungen da ( fosstopia ). In dem Kontext ist eine leicht angestaubte Folge des GNU/Linux.ch Podcasts sicher hörenswert, in dem konzeptionelle Dinge von COSMIC besprochen werden. Wer das Ding in Äktsch'n sehen will, kann sich eine geeignete LiveCD runterladen oder sich die bei der Tube die  immer wieder erscheinenden Videos anschauen.
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Die Veränderung der Desktoplandschaft von X11 zu Wayland 18 Stunden 38 Minuten her #24

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Die Ankündigung des nächsten Punktupdates (1.0.8) mit vielen kleinen Verbesserungen ist ein schon erwartbarer Vorgang ( fosstopia ). Eine weitere zunächst erstaunliche Ankündigung rund um das Wayland-Thema ist dann aber doch bemerkenswert: Die freie Unix-Distribution GhostBSD wechselt nicht etwa auf Wayland, sondern auf den X.org-Fork XLibre ( heise ). Nicht etwa aus Traditions-Gedöns oder so, sondern weil Wayland unter BSD z.Zt. nicht einsatzfähig ist. Daher macht der Einsatz des X.org-Forks wirklich Sinn.

Hinzu kommt auch noch eine interessante Querverbindung: Da die etablierten Desktopumgebungen immer stärker SystemD vorraussetzen, den es in der BSD- und sonstigen Open Source-Welt nicht gibt, ist dies ein weiterer Punkt in der Kette der Kritik daran: die Festverdrahtung von SystemD behindert bzw. torpediert die Weiterentwicklung in der übrigen Open Source-Welt! Somit wird es mittelfristig vielleicht eine BSD-Familie mit Wayland geben - diese wird bzgl. der verfügbaren Desktopumgebungen dann aber anders aussehen als die Linux-Familie. Daher: Diese zunehmende Zementierung von SystemD in's Linux-Ökosystem passt einfach grundlegend nicht zu den Ideen der Open Source-Welt!
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