Die Ankündigung des nächsten Punktupdates v1.0.8 mit vielen kleinen Verbesserungen ist ein schon erwartbarer Vorgang (
fosstopia
). Eine weitere zunächst erstaunliche Ankündigung rund um das Wayland-Thema ist dann aber doch bemerkenswert: Die freie Unix-Distribution GhostBSD wechselt nicht etwa auf Wayland, sondern auf den X.org-Fork XLibre (
heise
). Nicht etwa aus Traditions-Gedöns oder so, sondern weil Wayland unter BSD z.Zt. nicht einsatzfähig ist. Daher macht der Einsatz des X.org-Forks wirklich Sinn.
Hinzu kommt auch noch eine interessante Querverbindung: Da die etablierten Desktopumgebungen immer stärker SystemD vorraussetzen, den es in der BSD- und sonstigen Open Source-Welt nicht gibt, ist dies ein weiterer Punkt in der
Kette der Kritik
daran: die Festverdrahtung von SystemD behindert bzw. torpediert die Weiterentwicklung in der übrigen Open Source-Welt! Somit wird es mittelfristig vielleicht eine BSD-Familie mit Wayland geben - diese wird bzgl. der verfügbaren Desktopumgebungen dann aber anders aussehen als die Linux-Familie. Daher: Diese zunehmende Zementierung von SystemD in's Linux-Ökosystem passt einfach grundlegend nicht zu den Ideen der Open Source-Welt!
Zur aktuellen COSMIC v1.0.8 gibt es übrigens einen Praxistest mit einem sehr umfangreichen Video von
fosstopia
, welches zeigt, dass COSMIC schon sehr rund läuft und nur noch kleinere kosmetische Fehler enthält. AnwenderInnen, die sich nicht für das Thema X.org vs. Wayland interessieren, können COSMIC inzwischen "einfach nur benutzen". Es ist zu erwarten, dass Dieser mittelfristig in den großen Distributionen ankommt.