Schon zu Zeiten des "ungenannten Betriebssystems" habe ich das so gehandhabt: Ich habe stets das gesamte installierte System in einer einzigen Image-Datei gesichert, welches ich im Falle eines Crashs entspannt zurückgeschrieben habe, um somit innerhalb weniger Minuten wieder voll arbeitsfähig zu sein, statt mir diesen Unsinn der lästigen Neuinstallation anzutun. Dies setzt natürlich voraus, dass man mit Live-Medien, mounten eines Dateisystems und ein wenig Konsolengeklimper umgehen kann - es ist insgesamt aber kein "Geheimwissen". Bis vor ein paar Jahren habe ich mit
partimage
(
UU
,
WP
) gearbeitet - mit der zunehmenden Relevanz von Ext4 (
UU
,
WP
) dann aber auf
fsarchiver
(
UU
) gewechselt, da das inzwischen verweiste partimage nicht mit Ext4 umgehen kann. Es gibt für fsarchiver wohl auch eine grafische Oberfläche (
LC
), die ich aber nicht benutze, weil 1. das Programm nicht so kompliziert ist, dass man dies nicht auch ohne Mausschubserei hinbekommt und 2. das Konsolenprogramm auf allen relevanten Recovery-Live-Medien mit drauf ist.
Diese Verfahrensweise, das gesamte System auf eine separate (idealerweise verschlüsselte) Partition zu sichern, rate ich Jedem/r, der/die nicht Neuinstallationen zu seinem/ihrem Hobby zählt. In dem Kontext rate ich dringend dazu System-/Konfigurations- und Nutzdaten strikt voneinander zu trennen, was eine Partitionierung abweichend von der Standardeinstellung und den vielfach geäußerten "Standardempfehlungen" voraussetzt. Ist man dazu in der Lage, funktioniert diese Methode wunderbar und spart eine Menge Zeit, die man sonst mit unsinnigen Neuinstallationen verplempert. Es soll natürlich angemerkt werden, dass die konzeptbedingt bei verschlüsselten Systemen separate /boot-Partition auch in einer separaten Image-Datei gesichert werden muss.
Dies gilt vor allem für Release-basierte Distributionen. Bei Rolling Distributionen braucht man ein anderes Konzept, wo vermutlich die heute direkt ins System eingebauten populären Snapshot-Funktionen der richtige Weg sind (mit denen ich noch nie gearbeitet habe und daher keine kompetente Aussage tätigen kann).
Außerdem sollte man unbedingt (und dies betrifft insbesondere den Fall, wenn man sein System vollverschlüsselt installiert, wozu ich explizit rate) weitere essenzielle Systemdaten sichern, wie den LUKS Header (
UU
) und den Master Boot Record (
WP
). Denn wenn Diese/r in die Binsen geht, nützt einem ohne dessen/deren Sicherung das Systembackup recht wenig, wenn die Struktur der Platte zerstört wurde!
Abschließend sollte man diese ganzen Sicherungsdaten dann noch auf einen separaten Datenträger verfrachten. Denn mit der Sicherung auf der separaten Partition nützen einem Diese wenig, wenn einem die Partitionierung um die Ohren fliegt und man somit gar nicht mehr an die Sicherung herankommt (wozu man dann die Sicherungen von Header und MBR braucht).
Bzgl. des heute üblichen (und von mir ebenfalls noch nie benutzen) Logical Volume Manager (
UU
,
WP
) sowie bei einem RAID (
WP
) sind sehr wahrscheinlich weitere Dinge zu beachten/zu sichern, zu denen ich allerdings keine qualifizierte Aussage tätigen kann.
Der bisher nur auf Github liegende und gestern aktualisierte Changelog von fsarchiver vermeldet gerade, dass nun auch Support für die modernen Dateisysteme Btrfs (
UU
,
WP
) und Xfs (
WP
) implementiert wurde, so dass nun auch Installationen von diesen Dateisystemen gesichert/wiederhergestellt werden können.