Diese lockere Anleitung ist gedacht für eine Installation von Debian- bzw. Devuan (Wikipedia) über den Mini-Installer im Textmodus. Sie setzt grundlegende Kenntnisse über die Eigenarten von „Testing“ und „Unstable“ voraus (fosstopia). Auch ein Mindestmass an Kenntnissen im Umgang mit dem Terminal muss vorhanden sein. Die hier angesprochenen Details gelten für Devuan wie für Debian gleichermaßen (ich benutze Devuan, so dass sich die genannten Details darauf beziehen).
Da der Installer für „Testing“ und „Unstable“ naturgemäß recht häufig defekt ist, wird der Installationspad über „Stable“ mit der anschließenden Aktualisierung auf „Testing“ und je nach Bedarf dann auf „Unstable“ empfohlen. Den aktuellen „stabilen“ Devuan-Mini-Installer kann man sich hier herunterladen. Dessen grundlegender Vorteil ist, dass er stets aktuell ist, alle Inhalte in der neusten Version direkt aus dem Netz bezieht und nach dem Start des Installers der USB-Datenträger gezogen werden kann, so dass es nicht zu Verwirrungen bei der Erkennung von Laufwerksbezeichnern kommen kann. Achtung: Soll ein System auf einen Wechseldatenträger installiert werden, wird dringend zum Ausbau der internen Festplatte geraten, weil sonst die Zerstörung des darauf installierten Systems durch den Installer droht! Nach der Installation kann man gerne die interne Festplatte wieder einbauen, so dass man nach dem Einschalten des Rechners per Bootmanager (üblicherweise per Tastendruck F11, F12 o.ä.) auswählen kann, welches System gestartet werden soll.
Es soll hier gar nicht auf alle speziellen Details der Grundinstallation eingegangen werden (weil vieles im Installer selbsterklärend ist), sondern nur ein paar ergänzende Details genannt werden:
Wenn die Aktualisierung von „Stable“ auf „Testing“ und evtl. anschließend auf „Unstable“ gewünscht ist, dann sollte zunächst ein reines Terminal-System (d.h. ohne grafische Oberfläche) installiert werden. Denn was nicht installiert ist, kann auch nicht beim Dist-Upgrade kaputt gehen. Erst nach dem Dist-Upgrade installiert man sich die grafische Oberfläche nach. Die Basis-Administration des Systems (der Umgang mit apt) im Terminal muss beherrscht werden. Im Abschnitt der „task-selection“ empfielt es sich, zunächst alle Paketauswahlen abzuwählen und nur die „Console Productivity“ hinzuzunehmen. Somit bekommt man ein maximal flexibles Basis-Grundsystem installiert.
Als sehr gute Anleitung für das Dist-Upgrade hat sich meiner Erfahrung nach
diese Anleitung von Ionos erwiesen. Ihr Vorteil ist die Aufteilung des Dist-Upgrades in zwei Teilschritte („apt upgrade –without-new-pkgs“ und anschließend „apt full-upgrade“), so dass weniger kaputt gehen kann.
Wenn man „Testing“ oder gar „Unstable“ als Produktivsystem einsetzen will, empfiehlt es sich, so wenig Software wie irgend möglich zu installieren. Denn alles was nicht installiert ist, kann auch nicht kaputt gehen. Selbst eine grafische Paketverwaltung ist nicht nötig, da man die Systemadministration viel sicherer im Terminal erledigen kann. Es gibt allerdings ein paar Terminalprogramme, die durchaus sinnvoll sind zu installieren (z.B. mc, needrestart).
Man kann sich durchaus mit der Snapshot-Funktion der entsprechenden Backup-Programme befassen. Ich habe aber sehr gute Erfahrungen damit gemacht, das System konsequent auf Ext4-Dateisystemen (
Wikipedia,
heise,
ubuntuusers) zu installieren (idealerweise mit optimierten Journal-Optionen,
Wikipedia) und mittels eines geeigneten Live-Mediums (
Wikipedia) ein „Image“ (ein Abbild) des gesamten Systems auf einer nicht im System eingehängten Partition abzulegen (+ Backups der Header der relevanten Partitionen). Dies alles befindet sich idealerweise auf verschlüsselten Partitionen, weil das 1. sicherer ist und 2. auch hier weniger kaputt gehen kann (soweit man den Umgang mit verschlüsselten Partitionen im Terminal beherrscht). Schon seit Jahren hat sich das Terminalprogramm
FSArchiver (
Wikipedia,
ubuntuusers) als absolut zuverlässige und unkomplizierte Sicherungslösung erwiesen. Denn sollte mal das installierte System kaputt gehen, dann kann man statt der lästigen Neuinstallation viel einfacher das Backup einspielen, anschließend den Rechner neu starten und sich danach die Updates holen. Das spart enorm viel Zeit und Nerven.