Inhaltsverzeichnis

Browser

Der Browser ist inzwischen mehr als nur ein Programm zur Anzeige von Internetseiten.

Browserwahl: Pressespiegel

Liest und interpretiert man die hier gelisteten Artikel, so wird schnell klar, dass es nicht „die eine richtige Lösung“ gibt – zumal einige Browser-Anforderungen im Widerspruch stehen (Privacy vs. Fingerprinting). Es gilt aber, einige grundlegende Konfigurations- und Verhaltenshinweise zu beachten. Und: Der sicherste Privacy- und Trackingschutz ist immer noch das eigene Gehirn! Es ist zur eigenen Meinungsbildung wichtig zu wissen, dass die hier gelisteten Artikel sich in ihren Aussagen teils heftig widersprechen, ohne dass der eine Artikel „wichtiger“ oder „richtiger“ als der andere ist. Die (mit einer gesunden Distanz und Reflektion zu lesenden) Kommentare zu den Artikeln sind ebenfalls teilweise informativ. Zu bedenken ist auch, dass das Thema sich in steter Weiterentwicklung befindet, so dass genannte „Fakten“ nicht nur vom persönlichen Standpunkt des/der Autor/in, sondern auch vom Zeitpunkt der Publikation abhängen können. (Tatsächlich waren bei der Zusammenstellung dieser Linksammlung einige „hot news“ bereits wieder veraltet und wurden deshalb nicht berücksichtigt!) Es gilt verlinkte weiterführende Artikel zu beachten und zum Thema selbständig weiter zu recherchieren. Dieser (auf die subjektiv wichtigsten Artikel beschränkte) Pressespiegel kann nur eine unvollständige Auswahl bieten und gibt keine explizite Produktempfehlung ab (außer dem, grundsätzlich keine proprietären Programme zu verwenden, da sie mangels Überprüfbarkeit des Quellcodes konzeptionell nicht vertrauenswürdig sind).

Transparenz-Hinweis: Ich bevorzuge und benutze (entgegen des globalen Trends hin zu Google-Browsern) den Browser Firefox sowie einige seiner Forks (wohlwissend der kritischen Argumente).

Browser-Einstellungen/-Anleitungen

Sich einen Browser zu installieren und diesen unkonfiguriert zu benutzen, ist nur in einigen wenigen Fällen der richtige Weg. Weitergehende Informationen zur sicherheitsgerechten Konfiguration des Browser findet ihr bei (+ siehe meine eigenen Empfehlungen weiter unten):

Hinweis: Eine der einfachsten und gleichzeitig wirksamsten Maßnahmen gegen Tracking, Fingerprinting und Werbeeinblendungen im Browser ist die Deaktivierung von JavaScript. Da damit einhergehend ein Großteil der besuchten Internetseiten nicht mehr funktioniert, hilft die Installation der Browsererweiterung NoScript (Wikipedia), mit der sich seitenbezogen temporär oder – für vertrauenswürdige Internetseiten – dauerhaft JavaScript wieder aktivieren lässt. (Zu beachten ist, dass dessen interne „Whitelist“ für „akzeptable Werbung“ in dessen Einstellungen deaktiviert werden muss, um jegliche Werbung zu verbannen.)

Browsererweiterungen und -sicherheit

Mike Kuketz warnt in seiner Artikelserie „Sichere und datenschutzfreundliche Browser“ aufgrund von verbreiteten Fingerprinting-Trackingtechniken eindringlich vor der Installation von Browser-Erweiterungen – mit der einzigen Ausnahme des Anti-Tracking-Add-ons „uBlock Origin“ (Wikipedia) – da Diese ungewollt die Anonymität des/der im Internet Surfenden unterlaufenden können. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass einige Browsererweiterungen das Nachladen von Tracking-Skripten unterbinden können. Er empfiehlt stattdessen die Installation eines standardmäßig datenschutzfreundlich vorkonfigurierten Browsers, um „in der Masse der Internetsurfenden unterzugehen“ und rät dringend dazu, die Browserkonfiguration ausschließlich über die programmeigenen Optionsdialoge zu tätigen (Menüpunkt „Bearbeiten/Einstellungen“) und nicht über „about:config“, da die 2. Methode die Browserkonfiguration individuell und somit identifizierbar macht. Vor diesem Hintergrund macht die Installation einiger weniger Browsererweiterungen durchaus Sinn:

Weitere sinnvolle Browsererweiterungen

Neben dieser Primärauswahl gibt es einige wenige weitere Browsererweiterungen, die den Trackingschutz noch verbessern können:

Sollte es mit dieser Ausstattung dennoch zu Problemen kommen, so macht es wahrscheinlich Sinn, ein weniger restriktives 2. Browserprofil oder einen weiteren „praxistauglichen“ Alternativ-Browser zu installieren, welches/den man nur für solche „Problemfälle“ einsetzt. Dies ist eine bessere Lösung als sich das restriktiv konfigurierte Standard-Browserprofil zu durchlöchern und sich somit generell trackbar/angreifbar zu machen! Siehe auch:

Browser: Tests und Tools

Alternative Suchmaschinen

Häufig ist als Standardsuchmaschine im Browser Google eingetragen, was alles andere als datenschutzfreundlich ist. Das lässt sich leicht in den Einstellungen ändern. Von der häufig genannten Alternative DuckDuckGo ist ebenfalls abzuraten, da dahinter ein US-Unternehmen steht. Gute alternative Suchmaschinen sind:

Einige weitere Suchmaschinen liste ich hier.

Firefox KI Kill Switch

Der von der Mozilla Foundation selber so nicht genannte „KI Kill Switch“ wird in der medialen Presseberichterstattung durchgängig gelobt. Einzig und alleine der Autor Marius Quabeck hat dies hinterfragt und bei „deaktivierten“ KI-Funktionen mal den Netzwerk-Sniffer befragt und dabei tauchten unglaubliche Dinge auf.

Aus diesem Grund positionieren sich Alternativ-Angebote wie Waterfox (heise) und LibreWolf ohne integrierte Künstliche Intelligenz.

Neben der Sinnfrage einer in den Browser integrierten KI (die in einer demokratischen Gesellschaft bestenfalls als Opt-in-Lösung angeboten werden sollte), muss darauf hingewiesen werden, dass nach der (bei Debian/Devuan und Ubuntu aktuell verfügbaren) Version Firefox 140 ESR (Stand: Ende September 2026), die (vermutlich) Mitte Oktober 2026 durch die Nachfolgeversion Firefox 153? ESR ersetzt werden wird und ungefragt diesen KI-Kram beinhalten wird (der sich dem Test nach eben genau NICHT vollständig durch den gehypten „KI Kill Switch“ deaktivieren lässt). Aktualisierung: Am 5. Oktober 2026 wurde das Update auf Fireforx ESR 153.x angeboten. Wer dies bei Debian/Devuan/Ubuntu nicht haben will, kann die Aktualisierung mit dem Befehl (als root) „apt-mark hold firefox-esr“ verhindern. Da ab diesem Zeitpunkt auch keine Updates mehr für den Firefox eingespielt werden können, sollte mittelfristig ein Fork installiert werden.

Google Chrome Manifest v3

Mit der Umstellung aller Google-basierten Browser auf die neue Schnittstelle Manifest v3 werden zahlreiche Browsererweiterungen (auch für die Sicherheit) unbrauchbar. Inzwischen soll sich die Situation allerdings gebessert haben.

Eigene Kochrezepte

Hier beschreibe ich meine Experimente mit den Firefox-Alternativen und mit den Browser-Erweiterungen.

LibreWolf installieren (Debian/Ubuntu)

Aufgrund der fragwürdigen Datenschutzkonfiguration von Firefox (laut Mike Kuketz, s.o.) empfiehlt es sich (konträr zur Einschätzung von Sören Hentzschel, s.o.) den Firefox-Fork LibreWolf (Wikipedia) zu installieren. Auf dessen Internetseite wird zur Einbindung des Repositories die Verfahrensweise mit Extrepo (Linux Bibel, linuxnews) empfohlen. Dies geht aber auch manuell (alle Schritte als root):

  1. Schlüssel einbinden: wget https://repo.librewolf.net/pubkey.gpg -O /usr/share/keyrings/librewolf-keyring.asc
  2. Die Datei /etc/apt/sources.list.d/librewolf.sources anlegen und dort eintragen:
    Components: main
    Signed-By: /usr/share/keyrings/librewolf-keyring.asc
    Suites: librewolf
    Types: deb
    Uris: https://repo.librewolf.net
  3. LibreWolf installieren: apt update && apt install librewolf
  4. Je nach Desktopumgebung muss evtl. noch manuell eine Verknüfpung im Startmenü erstellt werden.

Übrigens: Nachdem ich jetzt einige Aktualisierungen von LibreWolf durchlaufen habe, teile ich die Kritik von Mike Kuketz, dass angeblich die Updates von LibreWolf mit große zeitlicher Verzögerung ausgeliefert werden, definitiv nicht. Naturgemäß muss nach einem Firefox-Release der neue LibreWolf zunächst erst gebaut und getestet werden. Dies kann dem heutigen Zeitgeist entsprechend natürlich nicht „sofort“ erfolgen. Die bisher erlebten Zeiträume bis zum verfügbaren LibreWolf-Update von 1 bis maximal 2-3 Tagen halte ich für akzeptabel - so weit man denn die wichtigsten sicherheitsreitsrelevanten Browsererweiterungen installiert hat, die die schlimmsten Angriffsszenarien abfedern können (auch hier schätze ich die Lage anders ein als Mike Kuketz).

Waterfox installieren (Debian/Ubuntu)

Die Einbindung des Waterfox-Repositories (Wikipedia) wird auf der Anbieterseite korrekt beschrieben. Auch hier scheinen die verfügbaren Browser-Updates relativ zeitnah verfügbar zu sein.

Sinnvolle Konfigurationsoptionen bei den Browsern und in den Erweiterungen

Hier sollen einige Anpassungen genannt werden, die die Sicherheit des/der Anwender/in verbessern können.

Mehrwert gegenüber Firefox

Es geht ja nicht nur darum, „notgedrungen“ einen Firefox-Fork zu installieren, sondern viel mehr auch darum, welchen Mehrwert Dieser gegenüber dem Originalprogramm bietet.

Ungoogled Chromium installieren (Debian/Devuan, Ubuntu?)

Nach den ernüchternden Erkenntnissen aus der Serie von Mike Kuketz wollte ich wenigstens eine Lösung aus dem Hause Google testen, da vermutlich nicht alle Internetsurfende Freund/innen der Quantum-Engine (heise) aus der Firefox-Familie sind. Nachdem selbst die „Geheimtipps“ SRWare Iron und der häufig gelobte Brave Browser bei Kuketz nicht gut wegkommen, sollte es als der einzig brauchbare Kandidat Ungoogled Chromium (Wikipedia) sein. Neben den dort genannten gibt es auch den relativ einfachen, aber alles andere als eleganten Weg, sich die DEBs aus dem MX-Repository herunterzuladen und manuell via dpkg (ubuntuusers, Wikipedia) zu installieren (was interessanterweise sogar das Debian Wiki empiehlt). „Unelegant“ heißt hier, dass man mangels eines Eintrags in den apt-Paketquellen (DebianforumWiki, ubuntuusers) neue Versionen des Browsers nicht automatisch angeboten bekommt, sondern stets von Hand die neuen DEB-Pakete vom MX-Server herunterladen und manuell via dpkg einspielen muss. Das ist nicht schön, aber es funktioniert! Nachdem von Hand eine Verknüpfung im Startmenü eingerichtet war, konnte der Browser gestartet werden. Interessanterweise importiert er die installierten Browsererweiterung des zuvor installierten Chromium. Beim durchschauen der Browsereinstellungen sieht soweit alles datenschutzfreundlich vorkonfiguiert aus, so dass nicht viel angepasst werden muss (inwiefern diese Konfiguration aber vom auf meinem System befindlichen Chromium beeinflusst ist, müsste auf einem separaten System gegengeprüft werden - auch zu den für andere Systeme verfügbaren Varianten auf dem Github-Server kann ich nichts sagen).

Aktualisierung: Inzwischen habe ich den Browser über ein Live-Medium installiert und ausprobiert. Das bisher Gesagte gilt so weit. In den Browsereinstellungen muss noch die Standardsuchmaschine gesetzt werden, da hier nur „No Search“ eingetragen ist. Je nach Geschmack kann noch die deutsche Rechtschreibprüfung aktiviert werden. Den Google-Übersetzer zu aktivieren, macht für die datenschutzinteressierte AnwenderInnen des Ungoogled Chromium wohl wenig Sinn.